Schmerzt der Rücken nach dem Aufstehen und ist die Beweglichkeit eingeschränkt, suchen viele Betroffene nach einer Alternative zum herkömmlichen Bett. Die meisten entscheiden sich für das Wasserbett. Wasserbetten schaffen durch ihre hohe Anpassungsfähigkeit Entlastung und beugen Schmerzen beim Schlafen vor. Zu voreilig sollten Sie sich jedoch nicht für Wasserbetten entscheiden, denn dieses besondere System hat viele Vor-, aber auch Nachteile.

Wüstenvölker legten den Grundstein für das heutige Wasserbett

Längst befindet sich das Wasserbett in Deutschlands Schlafzimmern auf dem Vormarsch. Die hochmodernen Systeme sind ausgereift, leiser und bequemer denn je. Die Idee der Wasserbetten stammt aber keineswegs von der modernen Matratzenindustrie. Es waren einst Nomaden in der Wüste, die den Grundstein des Wasserbettes legten.

Sie stellten Beutel aus Ziegenfell her, die sie schließlich mit Wasser füllten. Diese Beutel ersetzten die bis dahin gängigen Schlafunterlagen und brachten einen wesentlichen Vorteil. Aufgehängt in der Sonne erwärmten sie sich. Da nachts in der Wüste rasch Minusgrade erreicht werden, verhinderten die mit Wasser gefüllten Beutel das Erfrieren der Nomaden. Es war die Geburtsstunde der Wasserbetten.

Wasserbett gilt nicht mehr als Nonplusultra

Lange Zeit war das Wasserbett unumstritten die beste Lösung für schmerzgeplagte Patienten. Keine Matratze konnte eine ähnlich hohe Entlastung bieten. Umfragen bestätigten, was Experten argumentierten: Circa 80 Prozent der Wasserbett-Besitzer haben sich aufgrund von Schmerzen und Bewegungseinschränkungen für das Wasserbett entschieden. Doch ist das Wasserbett wirklich das Nonplusultra?

Keineswegs!

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Sicherlich nimmt das Wasserbett auf dem Markt weiterhin eine Sonderstellung ein. Doch es gibt mittlerweile andere Bettsysteme, die ähnlich gute Schlaf-Voraussetzungen bieten. So haben allen voran die Matratzen mit Unterfederung gegenüber dem Wasserbett aufgeschlossen und bieten teilweise sogar einen noch höheren Schlafkomfort. Hinsichtlich der Ergonomie sind sie sogar effizienter als das Wasserbett.

Trotzdem gibt es vor allem zwei Gründe, warum Wasserbett-Besitzer niemals zurück zu einer normalen Matratze wechseln würden:

  • Hygiene: Im Vergleich zu einer normalen Matratze ist das Wasserbett viel hygienischer. Schweiß und andere Verunreinigungen können hier nicht in das Innere einziehen. Weiterhin wird das Wasser regelmäßig gewechselt.
  • Heizung: Sie frieren im Wasserbett nicht, denn die integrierte Heizung erwärmt das Wasser, wodurch ein sehr angenehmes Schlafklima entsteht. Gerade im Winter ist das leicht erwärmte Wasserbett eine große Schlafhilfe.

600 kg lassen sich schwer bewegen

Liebäugeln Sie mit einem Wasserbett, sollten Sie sich nicht voreilig entscheiden. Denken Sie daran: Steht das Wasserbett, lässt es sich nur schwer umpositionieren. Überlegen Sie also genau, wo Sie das Wasserbett aufstellen möchten. Rund 600 kg wiegen die meisten Bettsysteme dieser Art, wenn Sie erst einmal befüllt sind.

Soll das Wasserbett umgestellt werden, ist der damit verbundene Aufwand enorm. Sie müssen das Wasser ablassen und die einzelnen Elemente demontieren, bevor Sie diese am neuen Ort wieder zusammensetzen.

Wichtig: Diejenigen, die sich das erste Mal mit dem Thema Wasserbett auseinandersetzen, beschleicht beim Blick auf das Gewicht ein unsicheres Gefühl. 600 kg müssen immerhin erst einmal von einem Boden getragen werden. Es gibt bislang aber keine Berichte darüber, dass ein Boden dem Gewicht des Wasserbettes einmal nicht standgehalten hat. In Altbauten sollte die Statik aber genau kontrolliert werden.

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Wasserbetten haben therapeutische Wirkung

Ihren guten Ruf haben Wasserbetten vor allem der therapeutischen Wirkung zu verdanken. Tatsächlich haben sie der normalen Matratze einiges voraus:

  • Druckpunkte: Bei einer normalen Matratze sind Druckpunkte unweigerlich vorhanden. Sie treten gerade im Bereich der Schulter in ausgeprägter Form auf und hinterlassen hier unangenehme Schmerzen. Wasserbetten haben aufgrund des beweglichen, anpassungsfähigen Untergrunds keine Druckpunkte.
  • Bessere Durchblutung: Mit ihrem Aufbau fördern Wasserbetten eine bessere Durchblutung. Während bei der normalen Matratze die Blutzirkulation insbesondere in den Kapillaren eingeschränkt ist und den Körper daher während des Schlafs zum Drehen animiert wird, ist dies beim Wasserbett nicht der Fall. Die Wasserbetten fördern daher einen langen und erholsamen Tiefschlaf.
  • Temperatureinstellung: Ein entscheidendes Argument, das für den Kauf der Wasserbetten spricht, ist die Temperatureinstellung. Durch die integrierte Heizung wird das Wasser im Inneren erwärmt. Eine Temperatureinstellung ist dabei stufenlos möglich. Ein warmes Bett bietet für das individuelle Wohlbefinden viele Vorteile, so können zum Beispiel Rückenprobleme minimiert werden.

Das Problem der Atmungsaktivität

Der ausgeprägten therapeutischen Wirkung stehen beim Wasserbett aber auch Nachteile gegenüber, die Sie nicht unterschätzen sollten. Zu nennen ist hier vorrangig die fehlende Atmungsaktivität. Bis heute bleiben Wasserbetten hier deutlich hinter normalen Betten zurück. Gründe hierfür gibt es viele, in erster Linie müssen allerdings Materialien und Aufbau der Wasserbetten genannt werden.

Die fehlende Atmungsaktivität macht sich bei einem Wasserbett vor allem durch intensives Schwitzen bemerkbar. Wer also in der Nacht sowieso zum Schwitzen neigt, sollte vom Kauf eines Wasserbettes eher absehen. Alle anderen können die Atmungsaktivität ein Stück weit durch die Decke regulieren.

Bei diesem Bettsystem kann Feuchtigkeit immer nur nach oben entweichen. Das ist ein erhebliches Problem. Eine herkömmliche Matratze leitet entstehende Feuchtigkeit während des Schlafens in den Kern und schließlich nach unten ab. Wasserbetten sammeln diese stattdessen an der Oberfläche, sodass bei starkem Schwitzen eine feuchte Unterlage entsteht.

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Ein Wasserbett braucht Pflege

Ein weiterer Aspekt, der beim Wasserbett gern vergessen wird, ist die Pflege. Dabei ist der damit verbundene Aufwand keineswegs gering. Sie müssen Ihr Wasserbett regelmäßig warten und pflegen, damit Sie lange Freude daran haben.

Eine Besonderheit stellt hier der Konditionierer dar. Er ist unverzichtbar. Aufgrund seiner Zusammensetzung vermeidet er, dass sich im Inneren des Wasserbettes Keime und Bakterien ansiedeln, die schließlich die Materialien angreifen können. Der Konditionierer erhöht die Lebensdauer der Matratze und konditioniert außerdem das Vinyl. Weiterhin wirkt er der Bildung von Blasen im Wasser entgegen.

Konditionierer haben je nach Produkt, für das Sie sich entscheiden, eine bestimmte Nutzungsdauer bzw. Haltbarkeit. Die besten Produkte müssen nach etwa 12 Monaten erneuert werden. Wie viel Konditionierer Sie brauchen, hängt vor allem davon ab, wie viel Wasser Sie im Wasserbett haben.

Weiterhin braucht es für die Pflege der Wasserbetten ein sogenanntes Vinylpflegemittel. Vinyl kann mit der Zeit Risse bilden und brüchig werden. Um das zu verhindern, gibt es spezielle Pflegemittel, die das Grundmaterial mit ausreichend Feuchtigkeit versorgen, sodass es geschmeidig bleibt. Sowohl der Konditionierer als auch die Vinylpflegemittel sind leicht anzuwenden. Der Nachteil ist aber, dass die Anwendung einfach ein wenig Zeit braucht.

Die Kostenseite: Daran sollten Sie denken

Bevor Sie ein Wasserbett kaufen, sollte Ihnen bewusst sein, welche Kosten auf Sie zukommen. Diese fallen vor allem auf Dauer ins Gewicht.

  • Anschaffungskosten: Wasserbetten sind natürlich viel kostenintensiver als herkömmliche Matratzen. Sicherlich gibt es auch hier die vermeintlichen Schnäppchen auf dem Markt. Empfehlenswert sind diese aber nur bedingt, denn oft ist die Lebensdauer dort stark eingeschränkt. Ein gutes Wasserbett begleitet Sie die kommenden 8 bis 15 Jahre. Damit das so ist, müssen die Betten aber einiges aushalten, wobei vor allem den Materialien viel abverlangt wird. In der Regel erhalten Sie gute Wasserbetten ab 2000 Euro.
  • Betriebskosten: Es ist ein Punkt, der von den meisten Verbrauchern bei der Entscheidung für ein Wasserbett nicht bedacht wird, doch diese Systeme verursachen laufende Kosten. Im Inneren befindet sich immerhin eine Heizung, die mit Strom betrieben wird. Wie viel Strom eine solche Wasserbettheizung wirklich verbraucht, hängt vor allem von der Heizungsart ab. Es gibt billige Heizsysteme, die sich zu wahren Stromfressern entwickeln. Bei guten Heizungen ist das nicht der Fall. Hier bewegt sich der verursachte Stromverbrauch zwischen 50 und 60 Euro jährlich.
  • Pflege- und Wartungskosten: Neben den Betriebskosten fallen bei jedem Wasserbett Pflege- und Wartungskosten an. Sie entstehen durch Konditionierer und Vinylpflegemittel. Die Höhe der Kosten hängt natürlich davon ab, welches Pflegemittel Sie verwenden und ob Sie hier mit einer bestimmten Marke liebäugeln.

Bleibt abschließend die Frage nach den Gesamtkosten, die durch ein Wasserbett angefangen vom Kauf bis zum Austausch nach etwa 10 Jahren entstehen. Sie erinnern sich: Die Anschaffungskosten bewegen sich bei rund 2000 Euro. Dazu kommen Betriebskosten, die sich in einem Jahrzehnt rasch auf etwa 1000 Euro belaufen. Damit würden sich in 10 Jahren Gesamtaufwendungen von rund 3000 Euro ergeben.

Bedenken Sie: Eine normale, ergonomisch optimierte Matratze müssen Sie nur hin und wieder lüften.

Aufstehen fällt schwer

Wenn Sie ein Wasserbett ins Auge gefasst haben, sollten Sie folgendes in Betracht ziehen: Das Aufstehen kann schwerfallen. Sie haben beim Wasserbett keine feste Unterlage, auf der Sie sich abstützen können. Wer also Knieprobleme hat und unter Bewegungseinschränkungen leidet, findet mit dem Wasserbett nicht zwingend die richtige Wahl. Gleiches gilt übrigens auch für das Umdrehen in der Nacht. Auch dieses fällt aufgrund des weichen, beweglichen Untergrunds schwer und erfordert sehr viel Kraft.

Bei Mobilitätseinschränkungen muss also eher von einem Wasserbett abgeraten werden. Dagegen sind Allergiker mit einem solchen Bett bestens beraten. Sie profitieren vor allem von den Reinigungseigenschaften, denn die Oberfläche, die aus Vinyl besteht, kann einfach abgewischt werden. Damit können sich keine Milben ansiedeln. Auch nach jahrelanger Beanspruchung steht die Hygiene der Wasserbetten weit vor den Matratzen, bei denen immer die Gefahr von Milben-Ansiedlungen besteht.

Hervorragende Stütze für den Körper

Wer häufig mit Gelenkentzündungen kämpft, ist mit einem Wasserbett gut beraten. Beim Hinlegen vermittelt diese spezielle Matratze ein Gefühl der Schwerelosigkeit. Dabei arbeiten für die lindernde Wirkung bei Gelenkentzündungen mehrere Facetten positiv zusammen:

  1. Wärme: Das warme Wasser kann Muskelschmerzen lindern und hat außerdem einen entspannenden Effekt. Außerdem hilft die Wärme dabei zur Ruhe zu kommen und Stress abzubauen.
  2. Flüssigkeitsabstützung: Ein wichtiges Argument, das für die Wasserbetten spricht, ist die Flüssigkeitsabstützung. Sie entlastet den Körper spürbar und kommt insbesondere der Wirbelsäule zugute. Weiterhin hat sie einen positiven Einfluss auf den Kreislauf.

Um das Wasserbett ranken bis heute viele Mythen, die Verbraucher vom Kauf abhalten. Diese sind meistens falsch und mittlerweile mehrfach widerlegt. So treten beim Wasserbett beispielsweise keine Schwingungen auf, die dann die Schlafqualität mindern. Grundsätzlich werden mittlerweile auch immer mehr Wasserbetten mit einem dualen System angeboten. Das heißt: Wenn sich der Partner bewegt, bekommt der andere davon kaum etwas mit.

Es gibt also 2 Wasserkerne, die in sich geschlossen sind.

Beide Wasserkerne lassen sich individuell an Ihre Wünsche anpassen. Sie können hier Einfluss auf die Nachschwingdauer nehmen, die zwischen 0 und 15 Sekunden liegt. Auch die Härtegraden, die bei diesen Systemen als Beruhigungsstufen bezeichnet werden, sind anpassbar.

Blutsplit Wasserbett dual

Blusplit Wasserbett Dual

Das Blusplit Wasserbett Dual hat zwei separate Kerne, wodurch eine getrennte Steuerung der Temperatur ermöglicht wird. Durch die sogenannte Spring-Beruhigung kann das Liegegefühl zudem ganz nach Wunsch angepasst werden.

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Fazit: Wasserbetten bleiben eine gute Wahl, haben aber auch viele Schwächen

Für viele ist das eigene Wasserbett ein langgehegter Traum und wer ihn sich erfüllen kann, träumt sich in Gedanken schon einmal in den perfekten Schlaf. Doch ganz so leicht ist es nicht. Es gibt hier durchaus Schwächen, die Sie vor dem Kauf ins Auge fassen müssen. Hier sind beispielsweise die Betriebskosten zu nennen, die sich insbesondere unter Berücksichtigung der jahrelangen Nutzung auf eine beachtliche Höhe summieren.

Weiterhin eignen sich Wasserbetten weder für Anwender, die stark schwitzen noch für Personen, die in ihrer Mobilität eingeschränkt sind, denn das Aufstehen fällt sehr schwer. Allerdings haben Wasserbetten auch eine therapeutische Wirkung. So fördern sie bei richtiger Einstellung lange und erholsame Tiefschlafphasen, helfen durch die Wärme Stress abzubauen und wirken Gelenkentzündungen entgehen.

Wer sich ein Wasserbett mit seinem Partner teilen möchte, sollte sich immer für ein duales System entscheiden, bei dem zwei Wasserkerne störende Schwingungen vermeiden.

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