Wenn Sie nach dem Schlafen öfters unter Rückenschmerzen leiden, dann passen Sie jetzt gut auf. Denn in diesem Artikel werden wir Ihnen sowohl erklären, durch was Ihre Rückenschmerzen ausgelöst werden können und was Sie dagegen tun können.

Das Wichtigste in Kürze

  • 74 bis 85 Prozent der Deutschen hatten einer Befragung zufolge in ihrem Leben schon einmal Rückenschmerzen. Häufig ist auch der nächtliche Schlaf Auslöser für Schmerzen im Rücken.
  • Grund für die Rückenschmerzen nach dem Schlafen sind meistens eine falsche Matratze sowie ein falsches Kissen. Für jede Person sollte daher individuell das passende Bett-Zubehör gewählt werden, um diese Probleme zu vermeiden.
  • Da die meisten Menschen in einer für den Rücken nicht geeigneten Position schlafen, kommt es morgens nach dem Aufstehen ebenfalls zu Rückenschmerzen.

Warum leide ich nach dem Schlaf unter Rückenschmerzen und sollte ich mir deshalb Sorgen machen?

Der Tag beginnt und Sie fühlen sich dennoch nicht erholt? Ihr Rücken schmerzt und auch der Nacken ist verspannt? Diese Probleme können viele Ursachen haben, wobei es in den meisten Fällen an folgenden Punkten liegt:

Sie haben bereits alles ausprobiert und machen sich nun Sorgen, warum Sie immer noch so starke Rückenschmerzen nach dem Schlafen haben? Kein Problem, wir gehen der Sache auf den Grund und informieren Sie umfassend über das Thema.

Rückenschmerzen: Ein weit verbreitetes Leiden

In Deutschland gehören Rückenschmerzen zu den bekanntesten Volksleiden. Laut dem Robert-Koch-Institut sind es (je nach Region) ganze 32 bis 49 Prozent der deutschen Bürger, die während der Befragung Rückenschmerzen hatten. Wenn es um die Frage geht, ob eine Person überhaupt schon einmal Rückenschmerzen hatte, dann konnten 74 bis 85 Prozent der Befragten diese Frage bejahen.

Der häufigste Grund ist nicht nur das Schlafen auf einer unbequemen Matratze oder mit dem falschen Kopfkissen. Vor allem die viele Büroarbeit macht unserer heutigen Gesellschaft zu schaffen. Wir sitzen im Büro vor dem Computer, am Abend vor dem Fernseher oder ebenfalls vor dem Computer und bewegen uns ganz insgesamt viel zu wenig.

Die Folge: Die Gelenkwirbel werden nicht mehr im vollem Umfang genutzt, sowohl Muskeln als auch Faszien werden unnachgiebiger und es baut sich Spannung auf.

Rückenschmerzen sind in Deutschland ein wahres Volksleiden. Die Ursachen können hierbei vielseitig sein. (Foto: adiruch/123RF)

Warum habe ich nach dem Aufstehen Rückenschmerzen?

Nicht nur im Sitzen verbringen wir heutzutage viel Zeit, sondern natürlich auch nachts im Bett. Im Schlaf liegen viele Menschen in der sogenannten Embryonalhaltung. Dabei liegen wir seitlich und die Beine sind angewinkelt, sodass die Sitzposition des Tages quasi liegend fortgeführt wird.

Diese permanente Schlafposition ist besonders für den Rücken sehr problematisch, sofern sie dauerhaft eingenommen wird. Ein Muskelbereich wird dabei gedehnt und ein anderer zieht sich wiederum zusammen. Im vorderen Rumpfbereich sind Muskeln und Faszien zusammengezogen, sodass sich dieser Zustand quasi “trainiert”.

Dadurch werden sie unnachgiebiger und sobald wir aufstehen, ist die vordere Rumpfmuskulatur nicht mehr in der Lage, sich auf die nötige Art und Weise zu dehnen. Dadurch entsteht Spannung und die hintere Muskulatur am Körper muss diese Spannung durch Gegenspannung ausgleichen.

Es herrscht nun vorne und hinten Zugkraft, da Bandscheiben und Gelenke aufeinander gepresst werden. Auf Dauer gesehen können durch diese Mechaniken

entstehen. Wichtig ist, die Schlafposition nicht dauerhaft einzunehmen, sondern im Bestfall mit der Rückenlage abzuwechseln.

Merke: In unserem Leben verbringen wir in etwa ein Drittel unserer Zeit mit dem Schlafen. Kein Wunder also, dass auch dieser Bereich unseres Lebens nicht außer Acht gelassen werden sollte.

Zwei Gründe für Rückenschmerzen nach dem Aufstehen

Wenn es um Rückenschmerzen am Morgen geht, dann unterscheiden wir zwischen zwei verschiedenen Situationen:

  • Der Tag ist die Ursache: In der ersten Situation haben Sie vielleicht tagsüber extreme körperliche Belastungen hinnehmen müssen. Ihr Körper ist geschafft, was sich wiederum durch Rückenschmerzen äußert. Selbst nach einer erholsamen Nacht kann es sein, dass Sie nach wie vor unter Rückenschmerzen leiden. In diesem Fall sind allerdings nicht die Matratze, das Kopfkissen oder die Schlafposition ursächlich, sondern schlichtweg die Betätigung des Vortages.
  • Die Nacht ist die Ursache: Liegt es nicht an der ersten Ursache beziehungsweise den Tätigkeiten des Tages (z.B. sehr einseitige Belastungen oder langes Sitzen am Computer), dann ist die Situation in der Nacht Schuld an den Rückenschmerzen nach dem Schlafen. Es kann einerseits an einer zu einseitigen und falschen Schlafposition liegen, aber andererseits auch an einer falschen Matratze, an einem falschen Kopfkissen oder generell an der Matratzen-Kissen-Kombination.

Empfehlungen: So bekommen Sie Ihre Rückenschmerzen in den Griff

Sie möchten wissen, was Sie gegen Ihre morgendlichen Rückenschmerzen nach dem Aufstehen machen können? Wir verraten es Ihnen! Angefangen von einer besseren Schlafposition bis hin zu einer guten Matratze haben Sie viele Möglichkeiten, um den Schmerzen den Kampf anzusagen.

Schlafposition: Bauchlage sorgt für Rücken- und Nackenprobleme

Die Deutschen liegen nicht ohne Grund gerne auf der Seite. Obwohl es keine allzu gute Position für den Rücken ist, so nehmen wir diese Position oft ganz automatisch ein. Die Rückenlage wäre dagegen beim Schlafen deutlich besser geeignet, da die Wirbelsäule in diesem Fall S-förmig gekrümmt ist.

Damit der Schlaf besonders erholsam ist, empfehlen Experten daher eine wechselnde Position. Auf diese Weise werden die Muskeln der entsprechenden Bereiche abwechselnd belastet und gut durchblutet.

Nachfolgend gehen wir den verschiedenen Schlafpositionen und deren Eigenschaften auf den Grund.

  • Rückenlage: Die Rückenlage ist gut geeignet, da die Wirbelsäule S-förmig gekrümmt ist. Dennoch ist auch diese Position einseitig, sodass sie abwechselnd mit anderen Positionen besser geeignet ist. Auch für dauerhafte Rückenschläfer ist die Position durchaus geeignet, kann mit einem zusätzlichen Kissen unter den Knien noch weiter verbessert werden. Auf diese Weise wird die Lendenwirbelsäule entlastet.
  • Seitenlage: Die meisten Menschen schlafen in dieser für sie bequemen Position, bei der die Wirbelgelenke einerseits entlastet werden (daher gut für Personen geeignet, die bereits Rückenschmerzen haben), aber andererseits bildet sich dadurch die vordere Rumpfmuskulatur zurück und es kann erst recht langfristig zu Rückenschmerzen kommen. Um die seitliche Schlafposition zu verbessern, können Sie zwischen den Knien ein Kissen legen. Auf diese Weise stellt sich das Becken nicht schief und der Rücken nimmt eine etwas bessere Position ein.
  • Bauchlage: Für den Rücken ist diese Position nicht gut geeignet, da sowohl auf Muskeln als auch Gelenke zu viel Druck ausgeübt wird. Die Halswirbelsäule überstreckt sich ebenfalls, sodass Verspannungen in der Nackenmuskulatur ebenso vorprogrammiert sind.

Unsere Schlafposition nehmen wir ganz automatisch und unterbewusst sein. Sie lässt sich beim Schlafen nicht bewusst steuern, lediglich durch orthopädische Kissen unterstützen (oder beim Aufwachen in der Nacht durch das bewusste Drehen). Aus diesem Grund lässt sich nicht immer etwas gegen die nicht gut geeignete Position unternehmen, sodass die nachfolgenden Tipps umso wertvoller sind.

Die richtige Schlafposition finden: Welche ist die Beste?

Durchgelegene Matratzen: Unbedingt austauschen

Auch bei der Matratze kann viel schief laufen, wenn es um einen erholsamen Schlaf geht. Doch was ist nun eine gute und für den Rücken passende Matratze? Wir klären auf.

  • Das Alter: Hat die Matratze schon ein paar Jahre auf dem Buckel und sind bereits Mulden entstanden, dann sollte sie definitiv ausgetauscht werden. Bei einer durchgelegenen Matratze kann sich die Wirbelsäule nicht länger ausrichten, sondern sie hängt wortwörtlich durch. In diesem Fall sind Verspannungen und Rückenschmerzen bereits vorprogrammiert.
  • Die Größe: Die gewählte Matratze sollte ergonomisch sein, dazu auch ausreichend groß. Statistisch gesehen drehen wir uns im Schlaf zwischen 20 und 60 mal. Aus diesem Grund sollte die Matratze mindestens 20 cm länger sein als unsere eigene Körpergröße. Ideal ist Orthopäden zufolge eine Liegefläche ab 90 cm. Es ist wichtig, dass die Matratze nicht zu klein oder schmal ist, da wir uns sonst automatisch versuchen kleiner zu machen, was wiederum zu Verkrampfungen und schlussendlich zu Schmerzen führt.

Eine Standardmatratze für einen gesunden Schlaf wählen

Wenn Sie sich für eine Standardmatratze entscheiden, die nicht individuell auf Ihren Körper zugeschnitten ist, können Sie dennoch einige Punkte beachten, um Ihren Schlaf zu verbessern.

  • Matratzenart: Es gibt viele verschiedene Arten, die je nach Person besser oder schlechter geeignet sein können. Für Allergiker ist beispielsweise eine Kaltschaummatratze sehr empfehlenswert, Taschenfederkernmatratzen bieten sich dagegen für Personen an, die schnell schwitzen.
  • Härtegrad: Die zweite Auswahl, die getroffen werden muss, bezieht sich auf den Härtegrad einer Matratze. Dieser kann bei bis zu 60 Kilo H1 betragen, meistens handelt es sich standardmäßig aber um eine H2-Matratze (für Personen bis 90 kg geeignet). Für schwerere Personen sind H3- und H4-Matratzen besser geeignet.
  • Dicke: Um gut zu schlafen, ist auch eine dickere Matratze empfehlenswert. Ab 16 Zentimeter aufwärts gilt eine Matratzenhöhe als sinnvoll.
  • Raumgewicht: Bei dieser Angabe handelt es sich um ein wichtiges Qualitätsmerkmal guter Matratzen. Umso höher das Raumgewicht, desto besser ist im Grunde genommen auch die Matratze. Bei einer Standard-Matratze liegt das Raumgewicht meistens bei etwa 30 bis 40 RG.

Liegesimulator für eine Matratze nach Maß

Mit dem Matratzen-Liegesimulator des Ärztezentrum Salzburg wird Ihr Körper in liegendem Zustand auf in der Rücken- und Seitenlage vermessen. Anschließend ermittelt der Computer ein Liegestützprofil passend auf Ihren Körperbau.

Die Matratzen bestehen aus 24 Stützstempeln von Kopf- bis Fuß, jeden dieser Stempel gibt es in 8 unterschiedlichen Festigkeiten, somit kann die Matratze exakt auf Ihren Körperbau angepasst werden. Wie breit ist die Schulter, wie breit das Becken, wo liegt die Lendenlordose und wie stark ist diese ausgeprägt (Hohlkreuz).

Dank dieser Liegedruckmessung kann die Matratze exakt auf Ihren Körperbau angepasst werden und ist durch die austauschbaren Stempel jederzeit veränderbar an jede Lebenslage (Gewichtszunahme /-reduktion, Bandscheibenvorfall, Arthrose uvm.).

Die passende Matratze im passenden Rahmen

Wer keine Standardmatratze wählen möchte, kann sich einem Liegesimulator widmen, um eine Matratze nach Maß zu erhalten. In unserem Betten-Konfigurator haben Kunden die Wahl zwischen verschiedenen Marken.

Am Beispiel der Marke “Hasena” können sich Kunden im Hasena-Konfigurator jede angebotene Betten-Serie des Herstellers aussuchen. Wer sich beispielsweise vom Stil der OAK-LINE-BIANCO-Betten angesprochen fühlt, kann anschließend

  • den Rahmen
  • die Füße
  • das Kopfteil
  • die Wandpaneelen
  • das Zubehör
  • und eventuelle Wasserbetten-Varianten

auswählen. Alternativ lassen sich die angebotenen Betten auch individuell filtern, wobei der Konfigurator individuell das Bett zur Verfügung stellt, was den persönlichen Schlafträumen entspricht.

Kopfkissen: Zu dicke Kopfkissen oft negativ für den Rücken

Es gibt unzählige Varianten von Kopfkissen, die uns zum Schlafen entweder angenehm oder weniger bequem vorkommen. Doch nicht immer ist das, was wir vermeintlich als bequem empfinden, auch besonders gut für den Körper.

Ein Beispiel sind dicke Kopfschmerzen. Es gibt viele Menschen, die diese Kissen bevorzugen. Doch genau jene Kissenart kann Rückenschmerzen auslösen. Gut geeignet sind für Menschen, die häufiger an Rückenschmerzen leiden, stattdessen flache Kopfkissen. Auf diese Weise ist die Wirbelsäule nachts nicht gekrümmt, sondern nimmt während des Schlafens eine ergonomische Form ein.

Ist das Kissen dagegen zu flach oder zu locker, ist es auch wiederum nicht passend. So kann sich ebenfalls eine Fehlhaltung des Nackens ergeben. Ergonomische Kopfkissen schaffen in diesem Fall Abhilfe.

Lattenrost: Individuell einstellbare Lattenroste sorgen für Entspannung

Wer nachts schlecht schläft und morgens mit Schmerzen aufwacht, liegt vielleicht auch einfach nur auf einem Standard-Lattenrost. Besser geeignet sind Lattenroste, die sich individuell verstellen lassen.

So kann der Beckenrand beispielsweise besser unterfedert werden als die Schultern – das wiederum wirkt sich positiv auf Rückenschmerzen aus. Wichtig ist außerdem für Personen, die etwas schwerer sind, dass der Lattenrost bis zu zehnfach verleimt sein sollte.

Temperatur: falsches Raumklima kann zu Rückenschmerzen führen

Interessant ist auch die Tatsache, dass selbst die Temperatur beim Schlafen eventuelle Rückenschmerzen sowie Verspannungen verursachen kann. Optimal ist eine Temperatur von 16 bis 18 Grad für das Schlafzimmer. Wer es zu kalt findet, kann auch ein bis zwei Grad wärmer schlafen.

Kälter sollte es aber nicht sein, denn durch die noch kältere Luft verdunstet die Feuchtigkeit im Schlafzimmer schlechter und das Klima wird unangenehm feucht-kalt. Auf diese Weise kommt es zu

  • Verspannungen
  • einem steifen Nacken
  • Schulterschmerzen
  • Rückenschmerzen

Extra-Tipp: Auch die Position des Bettes kann zu Rückenschmerzen führen, sofern das Bett nicht an der Wand steht. Haben wir Menschen keine “Rückendeckung” und das Bett steht frei im Raum, machen wir uns beim Schlafen unbewusst kleiner, ziehen die Schultern hoch und auch so kommt es erneut zu Verspannungen sowie Schmerzen.

Erste Hilfe bei Rückenschmerzen nach dem Schlafen

Vorbeugen ist bei diesem Problem das A und O. Wenn es aber schon zu spät ist und Sie unter Rückenschmerzen leiden, gibt es einige Dinge, die Sie nun tun können.

  • Rückenübungen: Direkt nach dem Aufstehen sollten Sie einige Rückenübungen machen, um Ihre Muskulatur zu strecken. Generell führt Dehnen nach dem Aufstehen dazu, dass Schmerzen vermindert werden können.
  • Bandagen: Um die Wirbelsäule sowie die Muskulatur im Rücken zu entlasten, können Sie eine Bandage tragen. Diese Bandage ist allerdings nur als temporäre Lösung anzusehen, da sie nicht dauerhaft getragen werden sollte.
  • Salben und Cremes: Sowohl Schmerzgele als auch Pferdesalbe wird häufig bei Rückenschmerzen nach dem Schlafen angewandt. Auch diese Lösung ist allerdings nicht langfristig anzusehen, da die Salben nur kurzzeitig verwendet werden sollten.

Wichtig ist final immer die Ursachenforschung, sodass Sie unsere oben genannten Tipps durchgehen und Ihren persönlichen Störfaktor ausfindig machen sollten.

Titelbild: staras/123RF

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