Jede Matratze ist so gut wie ihr Lattenrost oder kann auf die Unterlage verzichtet werden und man schläft auch gut, wenn die Matratze direkt auf dem Boden liegt? Leere Geldbeutel bei Studenten, Umzugsstress oder eine Kuscheloase für junge Familien, es gibt zahlreiche Gründe für die Verwendung von Matratzen ohne Lattenrost. Doch ist es wirklich ratsam und gesundheitlich vertretbar, auf das herkömmliche Bettgestell mit Lattenrost zu verzichten?

Matratzen-Verkäufer sind sich einig

Erinnern Sie sich an Ihren letzten Matratzenkauf? Der Verkäufer hat bei der Auswahl der Matratze auch auf den passenden Lattenrost hingewiesen und Sie haben letztlich vielleicht sogar beides zusammen gekauft? Die Branche ist sich einig – Matratze und Lattenrost gehören zusammen und eine Matratze gehört keinesfalls auf den Boden. Ansonsten drohen Ihnen Rückenschäden und durch Feuchtigkeit und Schimmel weitere gesundheitliche Probleme. Die Argumente der Matratzen Anbieter sind folgende:

  • Liegt die Matratze auf dem harten Boden, sind Rückenschmerzen die Folge.
  • Liegt die Matratze auf dem harten Boden, wird sie feucht und kann nicht auslüften.
  • Liegt die Matratze auf dem harten Boden, kann sich Schimmel bilden.
Matratze ohne Lattenrost

© Guzhva (37258872)/ 123RF

Es geht auch ohne – sogar gut

Die Bettenindustrie geriet förmlich in Aufruhr, als die Stiftung Warentest ihre Ergebnisse im Rahmen eines Matratzentests veröffentlichte. Dort wurde deutlich, der Lattenrost kann weggelassen werden, ohne das gesundheitliche Schäden drohen und die Schlafqualität ernsthaft benachteiligt ist.

Statt des bewährten Lattenrostes wurde im Test auf Spanplatten zurückgegriffen. Diese besitzen nicht die federnde Wirkung eines Lattenrostes, sondern bleiben bretthart. Die Stiftung Warentest kam zu dem Ergebnis, dass die im Handel vertriebenen Matratzen ausreichen, um harte Untergründe auszugleichen und damit ein Lattenrost nicht zwingend nötig erscheint.

Die Gegenargumente unter der Lupe

Rückenprobleme durch harten Untergrund

Die Matratze besitzt eine Federung, welche in der Regel ausreichend ist für einen gesunden Rücken. Das Rückenprobleme ohne Lattenrost auftreten, ist also eigentlich nicht zu befürchten. Wer allerdings bereits Rückenprobleme hat, sollte den Empfehlungen seines Arztes oder Physiotherapeuten folgen und sich ggf. für weiche Betten entscheiden.

Feuchte Matratze wegen mangelnder Belüftung

Diese Aussage ist sicher nicht aus der Luft gegriffen. Jede Nacht geraten Sie tüchtig ins Schwitzen. Bis zu 1,5 Liter werden dabei ausgeschwitzt und dringen in die Matratze. Dabei ist es sicher von Vorteil, wenn die Matratze von unten auslüften kann, was durch die Verwendung eines Lattenrostes durchaus gegeben ist. Mindestens genauso wichtig ist, dass die Matratze von oben auslüften kann. Dies sollte in regelmäßigen Abständen auch durch Aufstellen der Matratze geschehen, damit Feuchtigkeit auch an der Unterseite entweicht.

Tipp: Eine ausreichende Belüftung der Matratze von unten können, alternativ zum Lattenrost, auch Federholzrahmen, Rollroste oder Abstandsgewirke sicherstellen. Mit etwas handwerklichem Geschick zimmern Sie sich ein Bett aus Europaletten, welche ebenfalls eine ausreichende Belüftung sicherstellen.

Matratzte ohne Lattenrost

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Schimmelbildung durch angestaute Feuchtigkeit

Herrscht zu viel Feuchtigkeit, bildet sich Schimmel. Wird auf eine hinreichende Matratzenpflege geachtet, dürfte dies nicht zum Problem werden. Eine Ausnahme ist gegeben, wenn im Schlafzimmer generell ein Feuchtigkeitsproblem auftritt. Der Schimmel sollte schnellstmöglich beseitigt werden. Eine Verwendung der Matratze ohne Lattenrost ist in diesem Fall nicht zu empfehlen.

Kein Lattenrost – höherer Pflegeaufwand

Ein Lattenrost sorgt für eine ausreichende Belüftung der Matratze. Wenn Sie diesen weglassen, ist ein höherer Pflegeaufwand nötig, denn die Matratze muss regelmäßig gelüftet werden. Wer seine Matratze ohne Rost verwenden möchte, sollte beim Kauf auf das Material achten. Kaltschaummatratzen sind dabei weniger anfällig für Schimmelbildung als Matratzen aus Viscoschaum. Wer sich den Luxus einer Latexmatratze gönnt, wird einiges an Muskelkraft benötigen, um die schweren Matratzen mindestens einmal in der Woche in die Senkrechte zu befördern, damit diese auslüften können.

Tipp: In Latexmatratzen sammelt sich schnell Feuchtigkeit und die Gefahr von Schimmelbildung bei nicht ausreichender Pflege besteht.

Wie sieht die ideale Bodenmatratze aus?

Planen Sie den Einsatz der Matratze ohne Lattenrost, spricht generell nichts dagegen. Sie müssen sich jedoch auf einen höheren Pflegeaufwand einstellen und sollten dies bereits beim Matratzenkauf bedenken. Die Gefahr der Schimmelbildung durch aufgestaute Nässe ist bei Latexmatratzen am größten. Bedenken Sie, dass es sich um sehr schwere Matratzen handelt, welche häufig gelüftet und aufgerichtet werden sollten.

Die ideale Bodenmatratze zeichnet sich durch ihre speziellen Belüftungs-Eigenschaften aus.

Die Matratzen sollten über einen speziellen Poly-Schaum verfügen. Dieser Spezialschaum im Matratzenkern macht die Matratze atmungsaktiver und ein Auslüften macht sich dadurch weniger oft notwendig.

Als Alternative gibt es 3D-Abstandsgewirke aus dem Caravan- und Yachtbereich. Dieses Material bildet eine Luftbrücke unter der Matratze, da man das Glasfasergewebe nicht bis auf 0 komprimieren kann.

Frau mit Matratzte

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Kinderbetten kommen meist ganz ohne Lattenrost aus. Kinder bringen nur wenig Gewicht mit, eine zusätzliche Federung ist damit überflüssig und würde keine Wirkung zeigen. Bringen Sie wenig Gewicht auf die Waage, sollten Sie sich für eine festere Matratze entscheiden. Eine Unterfederung und damit auch der Lattenrost sind zweitrangig.

Welcher Untergrund ist für Matratzen geeignet?

In den Wohnbereichen finden sich mit Laminat, Fliesen, Parkett PVC-Boden oder Linoleum die verschiedensten Untergründe. Unweigerlich stellt sich die Frage, welcher Untergrund sich nun am besten eignet. Doch hier kann Entwarnung gegeben werden. Die Unterlage ist zweitrangig. Handelt es sich um eine hochwertige und atmungsaktive Matratze, kann diese auf jeder Unterlage platziert werden.

Das 1×1 für die Matratze mit Bodenhaftung

  • Entscheiden Sie sich für eine Kaltschaummatratze oder ein anderes atmungsaktives Material.
  • Die Matratze sollte eine entsprechende Höhe besitzen und sich auf dem harten Untergrund nicht durchliegen.
  • Besitzen Sie Fußbodenheizung, sollte die Matratze nicht unmittelbar auf dem Boden aufliegen.
  • Matratzen ohne Lattenrost müssen regelmäßig gelüftet werden.
  • Besteht im Schlafraum generell eine Anfälligkeit für Feuchtigkeit und Schimmel, schläft es sich auf einem Lattenrost besser.

Lattenrost – Ja oder Nein?

Ein Lattenrost bringt Ihnen mit Sicherheit Vorteile. Die Matratze kann von allen Seiten gut auslüften. Dies spart Ihnen Pflegeaufwand, ist hygienisch und reduziert die Gefahr von Schimmelbildung. Lattenroste sind zudem verstellbar und lassen sich den eigenen Bedürfnissen bezüglich des Härtegrades anpassen.

Bei der Wahl der passenden Matratze und der Bereitschaft, sich auf den erhöhten Pflegeaufwand einzulassen, geht es auch ohne Lattenrost. Boxspringbetten kommen generell ohne Lattenrost aus, besitzen aber dafür einen Federkasten. Damit Matratzen auch ohne Lattenrost ein angenehmes Schlafgefühl ermöglichen, sollten Sie mindestens eine Höhe von 20 Zentimetern besitzen und ergonomisch auf Ihren Körperbau angepasst sein.

(Bildquelle: 123rf.com / Olegdudko (48217197))

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