Im Schlaf regeneriert sich der Körper. Erlebtes wird verarbeitet und die Energiereserven werden aufgefüllt. Dabei ist die Tiefschlafphase für den Erholungseffekt besonders wichtig. Findet der Körper nicht ausreichend Tiefschlaf, fühlen Sie sich am nächsten Morgen müde und erschöpft. Der Tiefschlaf ist für die Zellerneuerung und Regeneration hauptverantwortlich, die Traumphasen für die psychische Verarbeitung des tagtäglich erlebten. Ein häufiger Grund, warum dem Körper Tiefschlaf fehlt, ist die falsche Matratze. Ist eine harte Matratze ein Garant für guten Schlaf?

Die Empfehlungen haben sich geändert

Wer früher auf der Suche nach einer guten Matratze war, griff meist zu einem besonders harten Modell, denn Schlafexperten waren sich einig: Ein ausreichend hoher Härtegrad entlastet den Rücken und beugt Beschwerden vor. Mittlerweile ist die Schlafforschung jedoch schlauer! Längst wurde durch Untersuchungen widerlegt, dass eine besonders harte Matratze eine hohe Entlastung schafft. Vielmehr ist bekannt, dass zu harte Matratzen vor allem Beschwerden verursachen und dem Körper mehr schaden als nützen.

Doch was macht eine harte Matratze so gefährlich? Schlafforscher haben herausgefunden, dass Hüfte und Lendenwirbel für einen optimalen Schlaf möglichst in die Matratze einsinken sollten. Passt der gewählte Härtegrad aber nicht zu Ihrem Körper bzw. Gewicht, sinken diese Bereiche nicht ein. Der Wirbelsäule fehlt die beim Schlafen so dringend erforderliche Stütze. Dadurch entstehen gerade im Bereich der Lendenwirbel Hohlräume.

Der Körper versucht die entstandenen Hohlräume auszugleichen und geht in eine für ihn unnatürliche und ebenso gefährliche Position. Die Folge sind Bewegungseinschränkungen und Schmerzen.

Wichtig: Eine gesunde Schlafposition erkennen Sie daran, wenn die Wirbelsäule vom Halswirbel (HWS) bis zum Steiß gerade gelagert ist. In dieser Position wird die Wirbelsäule am stärksten entlastet, die Bandscheiben sind druckfrei gelagert, sodass mittels Diffusion Nährstoffe in die Bandscheibe gelangen können und Schlackenstoffe abtransportiert werden können.

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Anzeichen für eine zu harte Matratze

Kennen Sie das? Sie stehen am Morgen auf und Schulter oder Beine schmerzen? Außerdem haben Sie das Gefühl, dass Sie sich nicht mehr richtig bewegen können? Sie fühlen sich in Ihrer Biegsamkeit gehemmt und sind darum bemüht, verschiedenen Bewegungen auszuweichen? Können Sie eine dieser Fragen mit Ja beantworten, kann es durchaus sein, dass Ihre Matratze zu hart ist.

Es gibt allerhand Anzeichen und Symptome, die auf eine zu harte Matratze hinweisen:

  • Rückenschmerzen: Haben Sie nach dem Aufstehen Rückenschmerzen, sollten Sie das in jedem Fall ernst nehmen. Werden Rückenschmerzen nicht beachtet, kann dadurch die Wirbelsäule langfristig Schaden nehmen. Bei einer zu harten Matratze liegt Ihr Rücken gerade auf. Die Belastung ist für die Wirbelsäule unnatürlich hoch, worauf sie mit Schmerzen reagiert. Schlafen Sie regelmäßig auf einer zu harten Matratze, werden die Rückenschmerzen chronisch und zum dauerhaften Begleiter.
  • Bewegungseinschränkungen: Von Natur aus ist unsere Wirbelsäule leicht gekrümmt. Die unnatürlich gerade Haltung einer zu harten Matratze hinterlässt Bewegungseinschränkungen. Sie können sich nur noch mit Schmerzen nach vorn beugen.
  • Muskelverspannungen: Eine falsche Schlafhaltung führt zu Muskelverspannungen und diese wiederum zu Bewegungseinschränkungen. Dabei müssen sich die Verspannungen nicht nur im Rückenbereich zeigen, sondern sind oftmals auch an den Schultern sowie in den Armen und Beinen spürbar.
  • Kopfschmerzen: Stehen Sie am Morgen auf und Kopfschmerzen suchen Sie heim, sollten Sie eine zu harte Matratze ins Auge fassen. Grund hierfür sind Verspannungen, die sich in Form von Kopfschmerzen zeigen können. Häufig treten Kopfschmerzen auch bedingt durch ein zu hohes oder zu hartes (Nacken-)Kissen auf. Die Halswirbelsäule muss in der Seitenlage geradewegs ind den Brustwirbelbereich übergehen. In Rückenlage sollte der Kopf- zum Brustbereich im rechten Winkel stehen und nicht überstreckt nach hinten sein (zu tief gelagert) oder zu hohen Zug zum Brustbein aufweisen (zu hoch gelagert).

Der Härtegrad einer Matratze hat Einfluss darauf, welchen Druck diese beim Schlafen auf den Körper ausübt.

Nicht nur das Körpergewicht ist ausschlaggebend dafür, ob eine Matratze für Sie zu hart ist. Noch immer wird beim Matratzenkauf die Auswahl des Härtegrades vor allem vom Gewicht abhängig gemacht. Ebenso wichtig ist aber die Druckempfindlichkeit und diese können Sie am besten selbst beurteilen:

  • Reagieren Sie empfindlich auf Berührungen und Druck, sollten Sie eine weichere Matratze wählen.
  • Anzeichen für eine hohe Druckempfindlichkeit kann die schnelle Bildung blauer Flecke sein. Es gibt Menschen, die schon bei kleinstem Druck blaue Flecken oder Druckstellen ausbilden. Auch dann ist eine weichere Matratze besser.
  • Die generelle Empfehlung eines korrekten Matratzenaufbaus: Die Matratze sollte unten im Kern die nötige Festigkeit aufweisen und nach oben hin immer weicher werden, sodass Ihr Körper druckfrei gelagert werden kann. Zu feste Topper beziehungseise zu feste Oberschichten der Matratzen führen schnell dazu, das Gefäße abgestremmt werden und die Blutzirkulation gehemmt wird. Dies führt über kurz oder lang zu einschlafenden Gliedmaßen, was ein Drehen nach sich zieht. Jedes drehen im Schlaf bedeutet ein kurzzeitiges aufwachen und führt somit zu einem “gestückelten” Schlaf (Schlaffragmentierung).

Mittlerer Härtegrad meistens ausreichend

Matratzen werden nach niedrigem, mittlerem und hohem Härtegrad unterschieden. Laut Untersuchungen kommen die meisten Menschen mit einem mittleren Härtegrad gut zurecht. Auch zu weiche Matratzen sind ebenso wie zu harte für den Körper schädlich. Die Folgen eines zu niedrigen Härtegrads sind mit dem eines zu hohen vergleichbar. Auch hier wird der Körper in eine unnatürliche Position gedrängt.

Grundsätzlich gilt: Empfehlungen, nach denen Sie sich durch eine harte Matratze abhärten können, müssen wir strikt zurückweisen. Falsche Härtegrade sorgen einzig für gesundheitliche Beeinträchtigungen wie Schmerzen und Verspannungen.

Leiden Sie an einer der genannten Beschwerden und glauben Sie, dass dies dem Härtegrad geschuldet ist, sollten Sie auf eine weichere Unterlage ausweichen. Hier müssen Sie nicht unbedingt sofort eine neue Matratze kaufen, sondern können zunächst durch einen Topper Abhilfe schaffen. Topper haben einen anderen Aufbau als Matratzen, weshalb eine bessere Anpassung an den Körper erfolgt. Mögliche Druckpunkte können in Kombination mit einem Topper vermieden werden. Hier empfehlen wir sogenannte XD-Schäume, softige Gelschäume oder in Einzelfällen temperaturabhängige Viscoschäume (Visco ist nicht für stark schwitzende Personen geeignet).

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Welcher Topper für eine zu harte Matratze?

Wie die Matratze wird auch der Topper in unterschiedlichen Härtegraden angeboten. Um Ihre Schlafunterlage insgesamt weicher zu machen, sollte der Härtegrad des Toppers deutlich unter dem Niveau der Matratze liegen. Empfinden Sie eine Matratze mit Härtegrad 3 als zu hart, können Sie sich für einen Topper mit Härtegrad 1 entscheiden.

Es gibt im Handel vier Topper-Arten mit unterschiedlichen Eigenschaften und Härtegraden.

Topper mit Memory-Schaum

Harte Federkernmatratzen ergänzen Sie am besten um einen Visco Topper. Er ist angenehm weich, da im Inneren der sogenannte Memory-Schaum verarbeitet wird. Dadurch wird ein hervorragender Druckausgleich erreicht. Der Memory-Schaum reagiert übrigens ausschließlich auf die Körperwärme und passt sich dann den individuellen Konturen an. Damit steht einer hohen Entlastung nichts im Weg. Außerdem nimmt er die Körperwärme auf und gibt diese während der Nacht langsam ab.

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Mit seinem hochwertigen Kern verringert der Dream Topper Royal den Auflagendruck. Gleichzeitig sorgt das seitliche 3D Klimaband für einen ausgeglichenen Klimahaushalt in Ihrem Bett, indem es atmungsaktiv ist und Feuchtigkeit abtransportiert.

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Topper mit Gelkern 

Eine optimale Entlastung des Körpers versprechen ebenso die Gel Topper. Wie der Name bereits verrät, befindet sich hier Gelschaum im Inneren. Er ist leicht nachgiebig, hat aber auch einen angenehmen Härtegrad. Das Gel kehrt in seine Ursprungsposition zurück, wenn Sie sich beim Schlaf umdrehen, weshalb sie insbesondere für Seitenschläfer infrage kommen.

Topper mit Latexfüllung

Latex Topper haben eine hervorragende Punktelastizität und wirken angenehm weich. Sie gehen mit hohem Liegekomfort einher und schaffen einen guten Luftaustausch. Seitenschläfer sollten bevorzugt auf einen Latextopper zurückgreifen. So können Hüfte und Schultern gut in den Topper einsinken und Schmerzen werden vermieden.

Topper mit offenporigem Kaltschaum

Kaltschaum Topper haben eine offene Struktur, weshalb sie eine hervorragende Punktelastizität bieten. Allerdings sind sie deutlich fester als die anderen drei Ausführungen. Schlafen Sie gern auf dem Bauch, kann sich der Kaltschaum Topper lohnen, denn er verhindert, dass Ihr Rücken ein schmerzhaftes Hohlkreuz einnimmt. Als Weiterentwicklung empfehlen wir hier den XD-Schaum-Topper.

Fazit: Nehmen Sie Beschwerden ernst

Abschließend lässt sich sagen: Stehen Sie mit Schmerzen und Verspannungen auf, sollten Sie das Ernst nehmen, denn sehr oft sind die Beschwerden die Folge von zu harten Matratzen. Möchten Sie nicht in eine neue Matratze investieren, kann ein Topper in einer der vier vorgestellten Ausführungen helfen.

Wenn Sie direkt beim Matratzenkauf auf Nummer sicher gehen möchten, so empfehlen wir eine Vermessung auf dem Vitario-Liege-Simulator des Ärztezentrums Salzburg. Die Firma Wohnbedarf Pies, zertifizierter Partnerbetrieb mit diplomierten Schlafberatern, berät Sie hier gerne und findet die für Sie individuell angepasste Maßmatratze. Diese maßgeschneidert gefertigten Matratzen lassen sich jederzeit auf Ihren Körperbau anpassen.

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