Erholsamer und guter Schlaf steigert das Wohlbefinden und erhöht die Lebensqualität. Wir verbringen täglich etwa 8 Stunden im Bett. Kinder verbringen täglich ein Vielfaches mehr Zeit im Bett. Um eine gute Ausgangsbasis für guten, erholsamen und ruhigen Schlaf bieten zu können, sind verschiedene Auswahlkriterien beim Kauf der Kindermatratze zu beachten.

Die Fachgeschäfte bieten eine breite Auswahl an den unterschiedlichsten Matratzen. Wird eine Matratze für ein Kind benötigt, stellen sich andere Anforderungen an die Bettunterlage, als bei einem Erwachsenen. Die Schlafdauer eines Kindes beträgt je nach Alter zwischen 10 und 16 Stunden pro Tag. Eine längere Schlafdauer bedeutet zwangsläufig einen längeren Aufenthalt im Bett. Die Bedeutung einer, auf den kindgerechten Bedarf angepassten, Matratze steigt dadurch. Welche Faktoren Sie beim Kauf einer guten Kindermatratze einbeziehen sollten, erfahren Sie hier im Laufe des Artikels.

Grundwissen zum Thema Matratzen

Sie gehört zu jedem Bett dazu: die Matratze. Der Ursprung der Matratze geht zurück bis ins Altertum. Damals wurden Rahmengestelle mit Riemen und Stierhaut bespannt. Darauf wurde eine Unterlage, die aus Fellen und Teppichen bestand, gelegt und mit einem Leinen Überzug bedeckt. Als Bettdecke diente zu dieser Zeit eine Art Wollmantel. Eine Weiterentwicklung erfuhr die Matratze durch die Römer. Die Matratze wurde von nun an verschiedenen Materialien gefüllt, wie z. B.

  • Schilf,
  • Heu
  • Wolle
  • oder Federn

Durch dieses Innenleben wurde die Matratze für das breite Volk erschwinglich – der Siegeszug der Matratze begann. Seit Beginn des 20. Jahrhunderts wurden die althergebrachten Füllmaterialien durch neue Materialien ersetzt und stetig weiterentwickelt. Durch diese Entwicklung finden sich heute in den Fachgeschäften die unterschiedlichsten, auf diverse Bedürfnisse angepassten Matratzen wieder.

Welche Größe ist die Richtige?

Matratzen gibt es in den unterschiedlichsten Größen. Die Auswahl der richtigen Größe spielt hier eine sehr wichtige Rolle. Ist das Bettgestell und der Lattenrost bereits vorhanden, muss die Matratze genau hineinpassen, damit ein Rutschen der Matratze verhindert wird. Nicht nur das die neue Matratze in den dafür vorgesehenen Bettrahmen passen soll, sondern auch auf die Schlafqualität hat die Wahl der Matratzengröße einen immensen Einfluss. Die Matratze soll ausreichend Platz und Bewegungsfreiheit bieten, gerade jedoch für Kinder nicht zu groß sein, damit sich das Kind im Bett geborgen fühlen kann.

Kinderbett mit Teddy

© Choreograph (50833244)/ 123RF

Die Auswahl der richtigen Matratzengröße ist von der Körpergröße des Kindes abhängig. Da sich vor allem die Kinder meist sehr häufig im Schlaf bewegen, muss bei der Matratzengröße die notwendige Bewegungsfreiheit gegeben sein. Die Bewegungsfreiheit sollte jeweils 10 cm an der Kopf- und an der Fußseite betragen. Als Faustformel kann man sich merken:

Körpergröße des Kindes + 20 cm = mindestens benötigte Matratzenlänge

Da sich Kinder im Wachstum befinden und die Matratze meist eine längere Lebensdauer hat, sollte dies in die Kaufentscheidung mitbedacht werden. Der Austausch einer Matratze zu einem größeren Modell ist notwendig, sobald die Körpergröße des Kindes + 10 cm die Länge der vorhandenen Matratze erreicht hat.

Die geläufigsten Matratzengrößen für Kinder sind:

  • 60 x 120
  • 70 x 140
  • 80 x 140
  • 90 x 200
  • 100 x 200

Meist werden für Babys und Kleinkinder bis ins Alter von etwa 6 Jahren die Größen mit der Länge von 120 cm oder 140 cm verwendet. Im Anschluss werden meist Kindermatratzen von 200 cm verwendet, da sich die Kinder im Wachstum befinden und die Matratze somit eine längere Lebensdauer hat.

TIPP: Um für eine optimale Liegefläche zu sorgen, den Lattenrost auf die Matratzengröße abstimmen. Dies verhindert das Verrutschen der Matratze und bietet ein angenehmes Liegegefühl.

Kleine Materialkunde

Der Aufbau einer Matratze ist unterschiedlich. Je nach Modell und Art des Materials kann dies differenzieren. Grundsätzlich hat jede Matratze einen sogenannten Matratzenkern. Dies bezeichnet das Innenleben der Matratze. Neben dem Matratzenkern hat die Matratze einen Bezug. Dieser Bezug umschließt den Matratzenkern und ist in den meisten Fällen abnehmbar und waschbar.

Matratzenkern – welche verschiedenen Arten gibt es?

Der Matratzenkern beeinflusst das Liegegefühl und die Anpassungsfähigkeit der Matratze auf den Körper. Zusätzlich bietet der Kern die notwendige Stützfunktion einer Matratze für den menschlichen Körper. Damit diese Funktionen erfüllt werden können, gibt es Matratzenkerne aus diversen Materialien. Empfehlenswert sind Latex- oder Kaltschaummatratzen. Diese sind häufig mit sogenannten Liegezonen ausgestatten, was eine optimale Anpassung an den Körper zur Folge hat.

Kindermatratze

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Bei den Liegezonen handelt es sich um Bereiche der Matratze, die in der Festigkeit entsprechend dem darauf liegenden Körperteil möglichst ideal abgestimmt sind. So ist im Bereich des Kopfes und der Füße die Matratze im Vergleich fester, als im Rumpfbereich, welcher etwas tiefer in die Matratze einsinkt. Die Liegezone im Schulterbereich ermöglicht ein besseres einsinken der Schultern in die Matratze. Durch die Liegezonen werden die unterschiedlichen Schwer- und Gewichtspunkte des Körpers möglichst gut ausgeglichen, so dass am Ende ein gerades Liegen ermöglicht wird. Liegt der Körper gerade, entspannt das die Wirbelsäule. Dies schont den Rücken und beugt Rückenschmerzen vor.

Neben den Liegezonen sind in vielen Matratzen Lüftungen integriert. Die Lüftungen bestehen aus strukturiert angebrachten Luftlöchern, welche eine gute Luftzirkulation vor, während und nach dem Schlafen gewährleisten soll. Gerade bei Kleinkindern ist eine Schlafmatratze mit Belüftungskanälen für Bauch- oder Seitenschläfer empfehlenswert, damit das Kind beim Schlafen ausreichend Sauerstoff erhält.

Im Aufbau des Matratzenkerns werden verschiedene Materialien eingesetzt. Oftmals erkennt man dies bereits an der Namensgebung der Matratze. Mit folgender Tabelle erhält man einen ersten Gesamtüberblick der verschiedenen Typen.

MaterialAufgeschäumtes Polyurethan (PU)
Aufbau der MatratzeKerne sind meist mehrlagig aufgebaut
Häufig kombiniert mit anderen Materialien
BesonderheitenIntegrierte Luftkammern und Belüftungskanäle
Anpassung des Schaumstoffes an die räumlichen Gegebenheiten von Wärme und Kälte
Trittkanten oft aus etwas härterem Schaumstoff
EinsatzgebietVorrangig bei Baby und Kleinkind-Matratzen
MaterialVerschiedene Vlies-Kern
Aufbau der MatratzeMatratze mit Vlies-Kern
BesonderheitenWeich und anschmiegsam
Leicht waschbar
Jedoch geringe Lebensdauer
EinsatzgebietBabymatratzen
MaterialKokos und Latex
Aufbau der MatratzeEine Seite der Matratze besteht aus einem Latexkern, die andere aus einem Kokoskern
Besonderheiten
Vergleichsweise dünn
Gute Luftdurchlässigkeit
Verschiedene Seiten bieten unterschiedliche Härtegrade
Gute Anpassungsfähigkeit durch die unterschiedliche Seiten
EinsatzgebietBaby und Kleinkinder
MaterialKaltschaum mit unterschiedlicher Ummantelung
Aufbau der Matratze3 Schichten
Stabiler Kern mit unterschiedlich weicher Oberschicht auf beiden Seiten
BesonderheitenSeiten auf die unterschiedliche Belastung zwischen Baby und Kleinkind abgestimmt
Bezug meist waschbar
Gute Anpassung durch Punktelastizität an den Kinderkörper
EinsatzgebietKindermatratzen, meist in der 140 cm Größe
MaterialFormgedächtnis-Polymer
Aufbau der MatratzeMeist eine Lage aus PUR-Schaum, welche mit Formgedächtnis-Schaum ummantelt wird
BesonderheitenSehr gute Anpassung an die Körperkontur
Bessere Entlastung der druckempfindlichen Körperstellen
Ursprüngliche Form wird nur verzögert wieder hergestellt
Geringer Milbenbefall bei guter Pflege
EinsatzgebietKinder- und Erwachsenen-Matratzen

Um eine gute Liegefläche und eine optimale Entlastung des Körpers während des Schlafens zu erreichen, werden die Matratzen in unterschiedliche Härtegrade eingeteilt. Bei Kindermatratzen sind diese oftmals nicht angegeben, da Kindermatratzen bereits auf die Bedürfnisse der Kinder abgestimmt sind. Bei den Matratzen in den größeren Größen (ab 200 cm Länge) sind diese häufig angegeben. Empfohlene Härtegrade sind:

Härtegrad 1Weich, bis zu 60 kg Körpergewicht
Härtegrad 2Mittel, bis zu 80 kg Körpergewicht
Härtegrad 3Hart, über 80 kg Körpergewicht

Diese Werte sind allerdings nur Richtwerte. Je nach Konstitution, Alter und Körpergröße können die persönlich idealen Härtegrade differenzieren. Um das jeweils perfekte Bettpolster für das Kind zu finden, ist ein Probeliegen empfehlenswert. Entscheidendes Kriterium zur Auswahl der richtigen Matratze ist ein gleichmäßiges Einsinken des Körpers in die Liegefläche. Die Wirbelsäule soll hierbei optimal in ihrer ursprünglichen Doppel-S-Form unterstützt werden und eine durchgängig gerade Linie bilden. So kann die Matratze die Regeneration des Körpers im Schlaf optimal unterstützen.

Oft kaum beachtet: die Trittkante

Gerade bei Kindermatratzen ist eine stabile Trittkante sinnvoll. Das kindliche Spiel- und Tobe Verhalten fordert die Betteinlage. Eine stabile Trittkante ermöglicht den Kleinen ein leichteres ein- und Aussteigen aus dem Bett. Selbst wenn das Kind an der Bettkante auf der Matratze steht, bietet eine gute Trittkante einen guten Halt. Weiterhin verhindert eine stabile Kante das Einklemmen der kleinen Füßchen.

Schadstoffe in der Matratze

Ein gesunder Schlaf ist die Basis für eine gute Entwicklung der Kinder. Kinder verbringen viel Zeit im Bett, da sie ein höheres Schlafbedürfnis als Erwachsene haben. Verschiedene Gütesiegel, wie z. B. der „Blaue Engel“ oder „Öko-Tex-Standard 100“, weisen auf den unbedenklichen Gebrauch der Matratzen hin. In diesen Tests wurden die Matratzen auf Schad- und Giftstoffe kontrolliert und gemäß den Richtlinien als unbedenklich eingestuft. Nichtsdestotrotz können neue Kindermatratzen direkt nach dem Kauf einen sehr unangenehmen Geruch haben. Aus diesem Grund sollte dem Polster vor der ersten Verwendung etwa 24 Stunden Zeit zum auslüften gegeben werden.

Hygiene und Pflege der Matratze

Durchschnittlich verbringt ein Erwachsener etwa 8 Stunden im Bett. Kinder haben meist deutlich mehr Schlafbedarf. Nicht nur im Sommer, auch im Winter schwitzt der menschliche Körper. Schweiß und andere Körperflüssigkeiten und – Partikel werden von der Matratze aufgenommen. Eine Moltonauflage zwischen der Matratze und dem Spannbetttuch helfen diese Aufnahme zu verringern. Weiterhin gehen immer mehr Hersteller von Matratzen dazu über, die Matratzenbezüge waschbar zu fertigen. Mit Hilfe eines Reißverschlusses kann das Obermaterial des Polsters abgenommen und bei 95 Grad gewaschen werden.

Besonders Kindermatratzen sollten aus hygienischen Gründen regelmäßig gereinigt und gepflegt werden. Gute Pflege und Reinigung fördert nicht nur die Schlafqualität, sie verlängert zusätzlich die Lebensdauer der Matratze.

Die meisten Hersteller empfehlen das regelmäßige Wenden des Polsters, damit eine gleichmäßige Abnutzung erfolgt. Die Außenbezüge vieler Matratzen sind waschbar und sollten regelmäßig gereinigt werden. Von der Reinigung mit Hilfe eines Staubsaugers wird abgeraten, da die mechanische Belastung der Nähte hier zu groß werden und somit beschädigt werden kann. Bei weiteren Fragen oder Unklarheiten zur Reinigung und Pflege der Matratzen kann eine Rückfrage im Fachgeschäft weitere Unterstützung bieten.

Für Kinder wichtig: Wasser- und Nässeschutz

Nässeschutz für das Bett ist vor allem bei kleineren Kindern ein Thema. Im Fachhandel finden sich immer wieder Matratzen, in denen ein Wasser- und Nässeschutz bereits eingearbeitet ist. Allerdings ist die Oberfläche dieser Matratzen meist gummiartig und etwas Unkomfortabler. Einfacher und bequemer in der Handhabung ist die Verwendung eines wasserabweisenden Bezuges.

Dieser wird auf die Matratze aufgelegt und das Spannbetttuch darüber gezogen. Die Auflagen bestehen aus einer wasserabweisenden Schicht, welche meist mit Frottee oder ähnlichem, angenehm weichen Material überzogen ist. Diese zusätzlich weiche Auflage auf der Matratze hat nicht nur den Effekt die Matratze vor Feuchtigkeit zu schützen. So lässt sich der Bezug im Fall der Fälle schnell wechseln und hat außerdem durch die zusätzliche weiche Einlage im Bett eine erhöhende Wirkung auf den Schlafkomfort.

Ausstattung des Bettes neben der Matratze

Neben der Auswahl der richtigen Matratze für das Kind ist das Zubehör für eine ganzheitliche gute Schlafumgebung zu beachten. So gehört neben dem Polster die richtige Auswahl des passenden Lattenrostes ebenso dazu wie eine den persönlichen Bedürfnissen angepasstes Bettinlett mit Bettwäsche dazu. Wichtigen Kriteriums Punkte für die richtige Auswahl der Inletts und Bettwäsche ist eine Abstimmung auf die Jahreszeit, das individuelle Wärmeempfinden oder vorhandenen Allergien. Das Sortiment im Handel bietet hierfür eine breite Auswahl, so dass eine auf die persönlichen Bedürfnisse abgestimmte Schlafumgebung möglich ist.

Berücksichtigt man diese Faktoren, ist die Grundlage für den guten Schlaf des Kindes gegeben. Ein ausgeschlafenes und erholtes Kind kann somit die Kindheit in vollen Zügen genießen.

(Bildquelle: 123rf.com / Schmidt (33125277))

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